Der Energiebedarfsausweis

Ein Energiebedarfsausweis – was ist das eigentlich?

Für Neubauten mit normalen Innentemperaturen, deren Bauantrag ab dem 1. Februar 2002 gestellt wurde, sowie für bestehende Gebäude, die nach dem 1. Februar 2002 umfassend saniert werden, schreibt die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) einen Energiebedarfsausweis (§ 13 EnEV) vor.

Der Energiebedarfsausweis beschreibt die energetische Effizienz eines Gebäudes. Im Energiebedarfsausweis steht, wie viel Energie ein Gebäude zum bewohnen bzw. nutzen benötigt. Er gibt bei Wohngebäuden Auskunft über den Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser.

Bei Nichtwohngebäuden (Büros, Schulen, Verwaltungsgebäude, Fabriken, etc.) macht er auch noch zu anderen Bereichen Angaben.

 

Angaben im Energiebedarfsausweis für Wohngebäude
Energieverbrauch für

  •  Heizung

  •  Warmwasser

Angaben im Energiebedarfsausweis für Nichtwohngebäude
Energieverbrauch für

  •  Heizung

  •  Warmwasser

  •  Beleuchtung

  •  Lüftungs- bzw. Klimaanlage

Es gibt zwei unterschiedliche Typen von Energiebedarfsausweisen:

 

Auf Grundlage des berechneten Energiebedarfs oder auf Grundlage des gemessenen Energieverbrauchs.

Der Verbrauchsausweis wird auf der Basis des tatsächlichen Energieverbrauchs der letzten drei Jahre ausgestellt. Vermieter können das beispielsweise über die Heizungsablesefirma berechnen lassen. Weil ein Verbrauchspass schnell erstellt ist, gehen Experten davon aus, dass sich die Kosten etwa zwischen 30 bis 50 Euro bewegen.

Nachteil: Die Daten sagen nur etwas über das Heizverhalten des Vorgängers, aber nichts über die energetische Qualität des Gebäudes aus.

 

Anders der Bedarfsausweis: Dafür muss der Eigentümer einen Fachmann, etwa einen Architekten, Ingenieur oder speziell geschulten Energieberater, engagieren. Dessen Berechnungen sollen offenlegen, wie es um die Heizanlage steht, um Dämmung, Wärmeverluste über Dach oder Fenster, wieviel Energie das Haus verschlingt und was verbessert werden könnte. Der ausführliche Pass kann deutlich über 1.000 Euro kosten, je nach Anwesen und Aufwand.

Bei beiden Ausweistypen müssen Modernisierungsmaßnahmen empfohlen werden, die zur energetischen Verbesserung des Gebäudes beitragen.

 

Jedoch haben nur Besitzer von Gebäuden, die nach 1977 errichtet wurden, die Wahlmöglichkeit zwischen dem Verbrauchs- und Bedarfsausweis. Der teurere Bedarfsausweis ist Pflicht für Gebäude, die vor 1978 erbaut wurden und weniger als fünf Wohnungen haben. Natürlich gibt es dafür wiederum eine Ausnahme: Ist das Gebäude mit einem Baujahr vor 1978 zwischenzeitlich saniert worden, gilt wiederum die Wahl-möglichkeit. Die uneingeschränkte Wahlmöglichkeit zwischen den Ausweistypen besteht allerdings nur bis zum 31.10.2008, und zwar für alle Häuser.

 

Ab wann ist der Energiebedarfsausweis Pflicht?

Für Neubauten müssen bereits heute Energiebedarfsausweise erstellt werden.

Bei bestehenden Gebäuden muss ein Energiebedarfsausweis bei Neuvermietung, Verkauf oder Leasing vorgelegt werden ab dem:

  •  1.7.2008, wenn das Gebäude bis 1965 errichtet wurde,

  •  1.1.2009, wenn das Gebäude nach 1965 errichtet wurde,

  •  1.7.2009, wenn es sich um ein Nichtwohngebäude handelt (dies gilt auch bei öffentlichen Gebäuden mit mehr als 1.000m², die den Energieausweis aushängen müssen, wenn das Gebäude von der Öffentlichkeit stark frequentiert wird). 

     

    Wichtig: 

Selbst genutzte Einfamilienhäuser brauchen keinen Energiebedarfsausweis!

 

Wie lange ist der Energieausweis gültig?   

  • Alle Energiebedarfsausweise haben eine Gültigkeit von zehn Jahren.

    Das betrifft auch die Ausweise für Neubauten, die im Rah­men der EnEV 2002 in den vergangenen Jahren erstellt wurden. Energiebedarfsausweise, die ab sofort und damit vor Inkraft­treten der EnEV 2007 ausgestellt werden, sind ebenfalls zehn Jahre gültig, genauso wie Ausweise, die im Rahmen der deutschen Energieagentur (dena) und ähnlichen Programmen ausgestellt wurden.